Archiv für den Monat: Februar 2008

Totalausfall BRK Erlangen

Wir alle kennen das Bayrische Rote Kreuz. Wir alle denken es tut gutes. Wir alle liegen falsch.

Das BRK Erlangen erbte vor einiger Zeit ein großes Haus einer alten Dame. Die Auflage: „Etwas für alte Menschen tun.“ Es entstand eine Seniorenwohngemeinschaft mit dem Schwerpunkt „Demenz“. Elf Bewohner waren schnell gefunden. Die Angehörigen der Senioren überwiesen monatlich knapp 2000 Euro an das Rote Kreuz in der Hoffnung ihre Lieben werden angemessen und würdevoll betreut. So weit die Theorie

Das BRK versprach ausreichend Fachpersonal zu Verfügung zu stellen. Anfangs kam das RK diesem Versprechen nach, später wurde jedoch massiv geschlampt.
Teilweise waren Hilfskräfte allein im Dienst und mit der anstehenden Arbeit überfordert.
Der Supergau trat ein als zu einer Zeit der absoluten Unterbesetzung der Projektleitung innerhalb der Probezeit gekündigt wurde. Zu diesem Zeitpunkt halfen Angehörige bereits eifrig bei der Betreuung und Pflege ihrer Nächsten mit.

Das Angehörigengremium konnte diesen Umstand nicht dulden und wurde aktiv. Es folgte die Kündigung des Betreuung- und Pflegevertrags aller Angehörigen/Bewohner. Der Mietvertrag, der aus rechtlichen Gründen mit einem Subverein des BRK abgeschlossen wurde blieb unangetastet. Ein neuer Pflegedienst war schnell gefunden.

Es kam wie es kommen musste:

Per Eilantrag wurde ein Gerichtstermin vereinbart. Das BRK konnte der außerordentlichen Kündigung nicht zustimmen und fechtete diese an. Die Kündigung des Pflegevertrages war zu diesem Zeitpunkt bereits rechtens, gestritten wurde um den Betreuungsvertrag, dessen Kündigung erst zwei Monate später rechtskräftig geworden wäre. Da die Pflege und Betreuung von dem selben Personal ausgeübt wird ist eine Trennung dieser Dienstleistungen undenkbar. Das sah auch das Amtsgericht so. Leider war das Gericht auch der Meinung das die außerordentliche Kündigung des Betreuungsvertrags bestandslos ist. Die elf Angehörigen der Bewohner hätten in elf Einzelverhandlungen beweisen müssen das eine unzureichenden Versorgung der Bewohner stattgefunden hat, was eine außerordentliche Kündigung gerechtfertigt hätte. Es stimmten alle dem Vorschlag des Richters zu: Für die letzten beide Monate muss das Betreuungsgeld zu 70 % an das BRK bezahlt werden, das Rote Kreuz erbringt im Gegenzug keinerlei Leistungen mehr. Damit war der Weg für den neuen Pflegedienst frei.

Das BRK hat den Prozess klar gewonnen. Einen 5-stelligen Betrag fürs Nichtstun zu bekommen ist wirklich aller erste Sahne.

Dennoch muss man das Erlanger Rote Kreuz ganz stark bemitleiden, denn es hat sich durch seine eigene Inkompetenz aus seinem eigenen Haus herausgeworfen.

Da das BRK mittels einem Subverein weiterhin Vermieter des Projektes bleibt, erwarte ich das der Alten-WG weiterhin Steine in den Weg geräumt werden.

Ich bin fertig. Mit diesem Artikel und mit dem Erlanger Roten Kreuz.